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Baushop Express

Wie ein Anbieter für Bau- und Handwerksbedarf seine Budgets über ein A/B/C-Scoring aus Ads- und ERP-Daten gesteuert und parallel die Tracking-Lücke geschlossen hat.

Unternehmensprofil

Baushop Express ist ein führender E-Commerce-Anbieter für Bau- und Handwerksbedarf. Das Sortiment richtet sich sowohl an professionelle Handwerksbetriebe als auch an private Heimwerker und deckt ein breites Spektrum an Produkten ab – von Werkzeugen über Maschinen bis hin zu Bauzubehör.

Eckdaten & Rahmenbedingungen
  • Branche: Bau- & Handwerksbedarf (E-Commerce)
  • Shop-System: Magento
  • Tracking & Consent: CookieFirst
  • Marketingkanäle: Google Ads, Google Shopping, Suchkampagnen
  • Steuerung & Reporting: Jour Fixe in Kombination mit Looker Studio Dashboard

Ausgangssituation

Vor der Zusammenarbeit bestand die größte Herausforderung darin, die wirklichen Top-Performer im Produktportfolio eindeutig zu identifizieren. Zwar lagen viele Daten aus Google Ads vor, jedoch fehlte die klare Verbindung zum tatsächlichen Geschäftswert im ERP-System.

Das führte zu zwei zentralen Problemen
  • Intransparenz: Welche Produkte bringen nicht nur Klicks und Conversions, sondern auch nachhaltigen Umsatz und Marge?
  • Ineffiziente Budgetverteilung: Teile des Werbebudgets flossen in Produkte, die zwar Klicks generierten, aber kaum wirtschaftlichen Beitrag leisteten.
Zielsetzung

Ein einheitliches Bewertungssystem, das Daten aus Google Ads und dem ERP-System verbindet, um Budgets gezielt in die Produkte zu lenken, die für Baushop Express den größten geschäftlichen Mehrwert schaffen.


Vorgehen & Maßnahmen

1. Aufbau einer Bewertungsmatrix

Gemeinsam wurde eine Bewertungsmatrix entwickelt, die Google-Ads-Daten (Impressionen, Klicks, Conversions, CPC, Kosten/Conversion) mit ERP-Daten (Umsatz, Marge, Deckungsbeitrag) verknüpft.

  • Jeder Artikel erhielt dadurch ein Scoring, das seinen realen Wertbeitrag sichtbar machte.
  • Produkte wurden in A-, B- und C-Segmente eingeteilt:
  • A-Produkte: Top-Performer mit hohem Umsatz- und Marge-Beitrag
  • B-Produkte: Solide Performer, die stabil laufen
  • C-Produkte: Produkte mit niedriger Relevanz oder negativen ROI
2. Magento-Setup als Fundament

Das Shopsystem Magento spielte eine zentrale Rolle im Projekt:

  • Saubere Produkt-IDs: Alle Produkte wurden im Magento-Backend mit konsistenten IDs und Attributen gepflegt. Diese Eindeutigkeit war der Schlüssel für die Verknüpfung zwischen Ads- und ERP-Daten.
  • Feed-Optimierung: Der Produktfeed für Google Shopping wurde so angepasst, dass die Magento-Daten 1:1 in den Feed einflossen. Dadurch war gewährleistet, dass Kampagnen- und ERP-Auswertungen auf derselben Datenbasis fußten.
  • Erweiterbarkeit: Magento ermöglichte die schnelle Integration zusätzlicher Attribute (z. B. Margenklassen), um die Bewertungsmatrix weiter zu verfeinern.
3. Steuerung & Prozesse
  • Jour Fixe: Regelmäßige Meetings stellten sicher, dass Entscheidungen schnell getroffen und Budgets flexibel angepasst wurden.
  • Transparenz im Dashboard: Ein individuelles Looker-Studio-Reporting zeigte allen Beteiligten die aktuelle Segmentierung, Performance und Budgetallokation in Echtzeit.
4. Umsetzung auf Kampagnenebene
  • Budgetverschiebung: A-Produkte erhielten systematisch mehr Budget, C-Produkte wurden reduziert oder ganz deaktiviert.
  • Gebotsstrategien: Gebote wurden differenziert nach A/B/C-Segmenten gesteuert.
  • Testing neuer Produkte: Neue Artikel starteten automatisch im C-Segment und konnten bei bestätigter Performance aufsteigen.
5. Matomo Conversion Tracking Setup

Parallel zur Bewertungsmatrix wurde ein vollständiges First-Party Tracking mit Matomo implementiert, um die Datenlücken im klassischen Google Analytics Setup zu schließen. Die Herausforderung:

  • Das bisherige Tracking über CookieFirst führte zu massiven Conversion-Verlusten, da viele Nutzer keine Einwilligung gaben
  • Google Ads optimierte auf Basis unvollständiger Daten
  • Unterschiedliche Conversion-Zahlen zwischen verschiedenen Systemen erschwerten fundierte Entscheidungen

Die Lösung:

  • Matomo auf eigenem Server: Installation einer Matomo-Instanz auf einem dedizierten Server für volle Datenhoheit
  • Tracking ohne Consent: DSGVO-konforme Erfassung technisch notwendiger Daten ohne Cookie-Banner-Einwilligung
  • Click-ID Erfassung: Automatische Speicherung der Google Ads Click-ID (gclid) über den gesamten Kaufprozess
  • E-Commerce Tracking: Vollständige Erfassung von Bestellungen, Umsätzen und Produktdaten direkt im Shop-System
  • Automatisierter Export: Täglicher Export der Conversion-Daten aus Matomo als CSV-Datei
  • Import zu Google Ads: Automatisierte Übermittlung der Conversions an Google Ads via benutzerdefiniertem Conversion-Import

Technische Integration:

  • Tracking-Code wurde in Magento integriert und erfasste alle relevanten Events
  • DataLayer-Struktur wurde aufgesetzt, um saubere Datenübergabe zu gewährleisten
  • Cronjob für täglichen automatischen Export und Import der Conversion-Daten

Ergebnisse

Aus der Bewertungsmatrix:

Aus dem Matomo Conversion Tracking:


Learnings & Best Practices

Was hat besonders gut funktioniert
  1. Magento als Datenfundament: Ein konsistentes, sauberes Produktdaten-Setup ist der Schlüssel für jede Art von datengetriebener Steuerung.
  2. Metriken verschmelzen: Nur wenn Marketing-Daten (Klicks, Conversions) und Business-Daten (Umsatz, Marge) zusammengeführt werden, entsteht ein vollständiges Bild.
  3. Iterative Steuerung: Ein fester Steuerungsrhythmus sorgt für schnelle Feedback-Loops und kontinuierliche Optimierung.

Ausblick

Die Bewertungsmatrix bildet die Grundlage für weitere Automatisierungen:


Sebastian Beneke, Co-Founder Lyonic
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Sebastian Beneke · Co-Founder Lyonic